Nationale E-Government-Studie 2025
Die am 25. März 2025 veröffentlichte Nationale E-Government-Studie zeigt, dass der Online-Trend anhält: Bevölkerung und Unternehmen nutzen immer häufiger digitale Leistungen der Behörden. Auch das Angebot steigt seitens der Behörden. Gleichzeitig wissen viele Nutzende nicht, welche Angebote digital verfügbar sind – sie wünschen sich eine bessere Auffindbarkeit der Leistungen.
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Inhalt
Nutzung von digitalen Behördenleistungen steigt weiter an
73 % (+4 %) der Bevölkerung erledigen mehr als die Hälfte der Behördendienste online, zum Beispiel für die Steuererklärung oder den Bezug einer E-Vignette. Flexibilität und Zeitersparnis sind die Hauptgründe für die Nutzung von E-Services. Die Nachfrage nach Leistungen wie Anzeigen von Bagatelldelikten, Wohnsitzbestätigung, An-/Abmeldung von Fahrzeugen etc. steigt.
66 %
der Bevölkerung sind zufrieden mit dem Online-Angebot der Behörden.
Das Vertrauen in digitale Behördenleistungen ist hoch steigt weiter
Das Vertrauen in Online-Dienste nimmt weiter zu, was eine gute Voraussetzung für die Nutzung von digitalen Behördenleistungen ist. Besonders hoch ist das Vertrauen in kantonale Angebote.
Bevölkerung und Unternehmen kontaktieren Behörden am liebsten per E-Mail
Die Bevölkerung kontaktiert die Behörden hauptsächlich per E-Mail, via Portale für digitale Leistungen, via Kontaktformular oder telefonisch. Ebenfalls beliebt ist der persönliche Kontakt, beispielsweise am Schalter. Auch die Unternehmen haben überwiegend per E-Mail Kontakt mit den Behörden. Telefonischer Kontakt und Kontakt über Portale ist bei den Unternehmen ebenfalls beliebt.
78 %
der Unternehmen erledigen mindestens die Hälfte der Behördendienste online.
Die grössten Hürden für die Nutzung von digitalen Behördenleistungen
Als Hindernisse für die Nutzung von digitalen Behördendiensten nennt rund jedes zehnte Unternehmen – und damit deutlich weniger als die Bevölkerung:
- den Registrierungsaufwand
- die schwierige Auffindbarkeit von Angeboten
- das Fehlen eines zentralen Zugangs
Diese Kritikpunkte wurden im Vergleich mit 2021 häufiger geäussert.
Für 53 % der Bevölkerung und damit 6 Prozentpunkte mehr als 2021 ist das grösste Hindernis bei der Nutzung digitaler Behördenleistungen die schwierige Auffindbarkeit der Angebote.
Datenschutz-Bedenken sind vor allem eine Frage des Alters der Nutzenden
Fehlende Informationen zum Datenschutz sind hinderlich bei der Nutzung von digitalen Behördenleistungen. Jedoch:
- Nur 4 % der unter 24-Jährigen sehen darin ein Hindernis.
- Bei den über 55-Jährigen sind es bis zu 23 %.
Informationen werden hauptsächlich
über Suchmaschinen gesucht
Aus den Vertiefungsinterviews, die im Rahmen der Erhebung der Studie geführt wurden, geht hervor, dass die Mehrheit der Befragten Informationen in einem ersten Schritt über die gängigen Suchmaschinen wie Google suchen. Die Interviewten haben nur in einzelnen Fällen direkt auf Behörden-Websites zugegriffen.
«Mit dem Online-Schalter EasyGov.swiss bietet der Bund eine zentrale Anlaufstelle, die einen beachtlichen Erfolg verzeichnen kann. Seit dem Start von EasyGov.swiss 2017 konnten die Nutzerzahlen kontinuierlich steigen, und auch die Zufriedenheit der Unternehmen mit den Online-Angeboten der Behörden ist erfreulich hoch.»
Markus Pfister, Leiter a.i. Ressort E-Government für KMU im SECO
Das müsste sich für die Nutzenden verbessern
Die Bevölkerung wünscht sich vor allem bessere Informationen (53 %) und höhere Benutzerfreundlichkeit (52 %). Letztere ist auch für Unternehmen wichtig. Die Hälfte der Deutschschweizer Unternehmen gibt dies an sowie knapp 40 % der Unternehmen in der Westschweiz und im Tessin. Knapp 40 % aller Unternehmen geben zudem jeweils an, dass bessere Informationen dazu, welche Leistungen überhaupt online bezogen oder abgewickelt werden können, nötig sind beziehungsweise dass sie sich Zugriff auf alle Angebote an einer zentralen Stelle und nicht über verschiedene Websites
und Portale wünschen. 36 % der Unternehmen wünschen sich eine bessere Auffindbarkeit der relevanten Behördenleistungen.
Bund und Kantone priorisieren die Einführung der e-ID
In Bezug auf die prioritären Ziele im Zusammenhang mit E-Government-Angeboten steht bei Bund und Kantonen die Einführung der staatlich anerkannten e-ID im Vordergrund. Bei den Gemeinden steht dieses Ziel an zweiter Stelle. Höchste Priorität hat in den Gemeinden das Ziel, digitale Behördenleistungen schweizweit gemeinsam auszubauen.
«Die Digitale Verwaltung Schweiz engagiert sich in übergeordneten Vorhaben wie beispielsweise der Entwicklung und Einführung der staatlich anerkannten e-ID. Sie wird den Zugang zu digitalen Verwaltungsdiensten aller föderaler Ebenen erheblich vereinfachen. Mit der 2024 in Kraft getretenen Strategie «Digitale Verwaltung Schweiz 2024 –2027» sind weitere Lücken adressiert.»
Dr. Peppino Giarritta, Beauftragter von Bund und Kantonen für die Digitale Verwaltung Schweiz
Verwaltungen wünschen sich medienbruchfreie Prozesse
Die Behörden sehen vor allem Bedarf an der Entwicklung von durchgängig digitalen Behördenleistungen. Sie wünschen sich, vermehrt medienbruchfreie Prozesse und Leistungen anbieten zu können.
Fehlende personelle Ressourcen und Rechtsgrundlagen bremsen die Behörden.
Kantone und Gemeinden arbeiten bei E-Government vermehrt zusammen
Die E-Government-Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Kantonen hat im Vergleich mit der letzten Erhebung zugenommen. Mehr als 40 % der Gemeinden und fast 60 % der Kantone haben Vereinbarungen, wobei der Anteil an gesetzlich geregelten Kooperationen besonders gestiegen ist.
Vertiefungsbericht Künstliche Intelligenz
Im Rahmen der Nationalen E-Government-Studie hatten die befragten Personen die Möglichkeit, sich zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) zu äussern. Wie hoch Bevölkerung, Unternehmen und Verwaltungen ihr Wissen zu KI einschätzen, wo sie KI bereits nutzen oder wofür sie sie künftig einsetzen möchten, wird in einem separaten Bericht weiter vertieft. Dieser erscheint im Verlauf des Jahres 2025.
Über die Studie
Die Digitale Verwaltung Schweiz und das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) haben in Zusammenarbeit mit dem unabhängigen Meinungsforschungsinstitut DemoSCOPE die Nationale E-Government-Studie 2025 durchgeführt. Die erste Studie wurde 2017 veröffentlicht, die zweite Ausgabe folgte 2019, die dritte Ausgabe 2022. Im Rahmen des «Swiss eGovernment Forum» vom 25. März 2025 wurden einem Fachpublikum zentrale Ergebnisse der Studie vorgestellt.